Hexenschuss - Wenn man plötzlich kreuzlahm ist

"Na, welche Hexe hat Dich denn am Wickel?". Diese Frage weist darauf hin, dass viele Menschen die Ursache von Hexenschuss nicht nur im Äußeren vermuten. Eine seelische Komponente wird längst auch bei verspannungsbedingten Rückenschmerzen diskutiert.

Der akute Kreuzschmerz erwischt die Betroffenen immer zur falschen Zeit. Offensichtlich nicht ohne eigenes Zutun. Die Mediziner sprechen bei solchen Rückenschmerzen lieber von Lumbago oder einer Lumbalgie. Der Schmerzort ist der untere Rücken im Bereich der Lendenwirbel.

Die heftigen Schmerzen lassen mit Glück schon nach einer Woche nach, mit Pech aber erst nach vier bis sechs Wochen. Fast 85 Prozent aller Deutschen sollen schon einmal von Hexenschuss-Beschwerden betroffen gewesen sein - mancher sogar mehrfach.

Die "Hexe" kann einen in jedem Alter jenseits der dreißig erwischen. Erwiesen ist aber auch, dass ältere Menschen deutlich seltener von einem Lumbago betroffen sind. Sie haben in fortgeschrittenem Alter auch seltener Bandscheibenvorfälle. Diese können ähnliche Symptome erzeugen.

Dafür leiden ältere Menschen aber öfter unter den Folgen von Verschleißerscheinungen und Skelettbeschwerden. Sie haben oft degenerativ bedingte Rückenschmerzen. Diese Schmerzen sind meist chronischer Natur.

Ursachen und Entstehung von Hexenschuss

Anscheinend trifft der Hexenschuss die meisten Betroffenen aus heiterem Himmel. Tatsächlich aber gab es in den meisten Fällen auslösende Momente, die missachtet wurden. Der untere Rücken kühlte nachts aus. Jemand hat einige Tage zuvor bei einem Umzug geholfen.

Er hat dabei schwer gehoben, stark geschwitzt und die Rückenmuskulatur überdehnt. Der plötzliche Schmerz trifft meist auf eine geschwächte und untrainierte Rückenmuskulatur. Eine funktionelle Instabilität der Muskulatur führ leichter zu Blockaden und Verspannungen im unteren Rücken.Mann mit Rückenschmerzen, hebt Kisten in seinem neuen Haus

Nachweislich haben Menschen mit einer trainierten Rückenmuskulatur seltener mit Hexenschuss-Beschwerden zu kämpfen.

Eine ungeschickte Drehbewegung kann bei einem untrainierten Rücken einen Hexenschuss auslösen.

Gleiches gilt für das ruckartige Anheben schwerer Gewichte oder ein schnelles Aufrichten aus einer tief gebückten Haltung.

Außerdem überdehnt stundenlanges Sitzen im Büro den unteren Rücken. Kleine Ursachen, große Wirkung.

Im Grunde ist den meisten Betroffenen nicht klar, was genau den akuten Hexenschuss ausgelöst hat. Potenziell kann es alles Mögliche sein.

Manche Betroffenen machen feuchtkalte Wetterlagen für vermehrte Lumbago-Beschwerden verantwortlich. Manch andere nennen eine familiäre Veranlagung als Grund. Unbestreitbar tragen aber auch seelische Befindlichkeiten und mangelnde sportliche Betätigung zum Hexenschuss bei.

Oftmals addieren sich gleich mehrere Bedingungen zu einer muskulären Verhärtung. Aus medizinischer Sicht werden mit dem Begriff "Lumbago" Beschwerden bezeichnet, die durch degenerative oder funktionelle Störungen an der unteren (lumbalen) Wirbelsäule entstehen.

Die Symptome müssen dabei begrenzt auf den Lumbalbereich stattfinden. Der akute Hexenschuss wird diesem Krankheitsbild ebenso zugerechnet, wie chronisch rezidivierende Kreuzschmerzen. Beide werden als LWS-Syndrom bzw. Lendenwirbelsäulensyndrom eingeordnet.

Die einschießenden Rückenschmerzen im tiefen Kreuz können sehr stark sein. Wer durch chronischen Bewegungsmangel eine geschwächte Rückenmuskulatur hat, ist eher von Lumbago-Beschwerden betroffen. Sitzende Bürotätigkeiten, durchgelegene Matratzen und schweres Heben leisten gute Vorarbeit.

Die eigentliche Ursache eines Hexenschusses sind überdehnte, verkürzte und ausgekühlte Muskeln. Dazu können sich gereizte Nervenstränge und strapazierte Bänder addieren. Häufig ist festzustellen, dass die Bewegungsmuster bei Betroffenen alles andere als orthopädisch koordiniert erfolgen.

Die meisten Menschen belasten den unteren Rücken und die Lendenwirbelsäule in unzumutbarer Weise. So kommt es bei einer an sich harmlosen Bewegung zum Einschießen von Schmerz in den unteren Rücken. Hexenschuss-Schmerzen sind ein Warnsignal des Körpers. Im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Iliosakralgelenks kam es zu Überlastungen. Der Körper verlangt nun nach mehr Rücksicht und erhöhter Wärmezufuhr.

Was unterscheidet eine Lumbalgie von einer Lumboischialgie?

Ein Hexenschuss (Lumbalgie) unterscheidet sich von der Lumboischialgie durch Ursachen und Austragungsort. Die Lumboischialgie wird durch Wirbelsäulenverengungen verursacht. Der Grund für die schmerzhafte Verengung kann ein Bandscheibenvorfall sein.

Infrage kommt auch eine knöcherne Enge, eine sogenannte Stenose. Diese engt die Spinalnerven ein oder quetscht sie zusammen. In der Folge kommt es zu Schmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen. Die damit entstandene Lumboischialgie betrifft vermeintlich auch den Ischiasnerv.

Darauf weist die Bezeichnung "Lumboischialgie hin. Der Ischiasnerv ist aber tatsächlich gar nicht direkt involviert. Stattdessen werden die vor dem Ischiasnerv liegenden Spinalnerven komprimiert. Das kann, muss aber nicht zu den ausstrahlenden Schmerzen führen.

Die ausstrahlenden Schmerzen können stattdessen auch durch die Bandscheiben, bestimmte Gelenkfacetten oder eine verhärtete Rückenmuskulatur verursacht werden. Die Lumboischialgie verursacht starke, ziehende Schmerzen im Bereich des "Nervus ischiadicus". Dessen Versorgungsbereich liegt im Gesäßbereich. Der Schmerz breitet sich über den Oberschenkelrücken und die äußere Unterschenkelrückseite aus.

Er kann bis in den Fuß oder den großen Zeh ausstrahlen. Das ist beim Hexenschuss (Lumbago) jedoch nie der Fall. Die Lumbalgie ist oft beidseits spürbar, die Lumboischialgie hingegen meist einseitig. Der Schmerzgrad kann ähnlich sein. Zu Verwechslungen beider Zustände kommt es oft, weil eine begriffliche Schwammigkeit besteht.

Die Begriffe Lumbalgie, Ischialgie oder Lumboischialgie werden häufig als Synonyme verwendet. Der Grund dafür ist, dass die Beschwerden sich manchmal nur schwer unterscheiden lassen. Der Übergang zwischen Lumbalgien, Ischialgien und Lumboischialgien kann fließend sein.

Die Symptome von akutem Hexenschuss

Interessant ist, dass das Auftreten einer Lumbalgie und der auslösende Moment nicht immer zusammenfallen. Es können mehrere Tage oder gar Wochen dazwischenliegen. Meistens ist der Schmerz beidseitig. Er erstreckt sich im Bereich der Lendenwirbel-Region und des Gesäßes.

Die Schmerzen werden oft als ziehend bzw. bohrend und intensiv wahrgenommen. Die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt. Eine leicht gebeugte Schonhaltung schafft vermeintlich Entlastung. Durch den Hexenschuss gelingt es nicht mehr, sich gerade aufzurichten.

Jeder Schritt tut weh. Das Aufstehen aus dem Sitzen ist qualvoll. Manche Menschen schaffen es, sich trotz des starken Schmerzes hinzulegen. Sie versuchen, durch Stufenlagerung oder seitliche Stellungen ein wenig Entlastung zu erhalten.

Oftmals schleppen sie sich trotz intensiver Rückenschmerzen ins Büro. Erfahrene Hexenschuss-Betroffene wissen, dass Wärmezufuhr, moderate Bewegung und die Selbstheilungspotenziale des Organismus dem Schmerz irgendwann ein Ende bereiten.

Musst Du bei einer Lumbalgie gleich zum Arzt?

Eine akute Lumbalgie ist kein Grund, sofort zum Arzt zu gehen. Viele Menschen können dem Hexenschuss auch in Eigeninitiative und mit bewährten Maßnahmen genügend entgegensetzen. Musst Du aber trotz starker Schmerzen zur Arbeit gehen, kann ein Arztbesuch hilfreich sein.

Der Arztbesuch ist vor allem dann ratsam, wenn die SchmerzenMännlicher Arzt und Patient, während einer ärztlichen Untersuchung am Rücken

  • sich noch weiter verschlimmern
  • auch nach drei Tagen keine Tendenz zur Besserung zeigen
  • sich nach vier Wochen nicht deutlich gebessert haben
  • in eines der Beine ausstrahlen
  • oder weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen hinzukommen.

Grundsätzlich kann ein Hexenschuss mittels Wärmezufuhr, Schonung und Schmerzsalben abklingen. Genügt das nicht, sollte sich ein Arzt die Sache ansehen.

Es könnte auch eine andere Ursache als ein Hexenschuss dahinter stecken - zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, ein Tumor oder eine Ischialgie.

Werden die Kreuzschmerzen von hohem Fieber und Schüttelfrost-Attacken begleitet, ist umgehend der Notarzt zu rufen. Das gilt vor allem, wenn der Betroffene bekanntermaßen an Osteoporose, Diabetes oder einer Krebserkrankung leidet.

Außerdem müssen Rückenschmerzen im unteren Rücken abgeklärt werden, wenn Kortison oder andere starke Medikamente eingenommen werden. Ein medizinischer Notfall liegt vor, wenn es zu

  • Lähmungserscheinungen in einem oder beiden Beinen kommt
  • Taubheitsgefühlen im Bereich des Afters und der Geschlechtsorgane kommt
  • zusätzlichen Störungen im Bereich der Blase kommt
  • nachlassenden Schmerzen bei gleichzeitig vorliegenden Lähmungserscheinungen gekommen ist
  • und wenn Darmentleerungsstörungen vorliegen.

Die Diagnose bei Hexenschuss-Beschwerden

Wer bereits früher von einem Hexenschuss betroffen war, kann die Diagnose selbst stellen. Ob das immer gut ist, ist zu hinterfragen. Es könnte schließlich auch etwas anderes hinter den starken Rückenschmerzen stecken.

Dem Arzt wird nach der Anamnese und der körperlichen Untersuchung meist schnell klar, was Sache ist: eine Lumbalgie bzw. "unspezifischer akuter Kreuzschmerz". Spezifisch wären die Schmerzen, wenn ihnen eine erkennbare Ursache in Form einer Erkrankung zugrunde läge.

Das ist beim Hexenschuss nicht der Fall. Wenn die Rückenschmerzen im tiefen Rücken aber nach vier Wochen noch stark sind, sind weitere Untersuchungen notwendig. Der Arzt kann eine Röntgenaufnahme veranlassen. Diese soll eventuelle Skelettprobleme abklären.

Möglich sind auch andere bildgebende Verfahren wie eine CT oder MRT. Auch eine Sonografie kann weitere Aufschlüsse über die Ursache erlauben. Entzündliche Prozesse können durch Blutabnahmen und Labortests nachgewiesen werden.

Manchmal ist bei anhaltenden Rückenschmerzen eine Überweisung zum Facharzt oder in ein Krankenhaus notwendig. In diesem Fall sind dort bessere Mittel zur Abklärung der Beschwerden geboten.

Die Behandlung eines Hexenschusses

Oftmals genügt bei Hexenschuss eine konventionelle Behandlung. Diese kann mit Wärme- und Schmerzsalben, Wärmepflastern, Rotlicht und warmer Unterwäsche in Eigenregie vorgenommen werden. Auch die seelische Befindlichkeit sollte eine Rolle spielen.

Möglicherweise kamen seelische Belastungen zu den körperlichen Ursachen hinzu. Ziel jeder Behandlung ist eine schnelle Mobilisierung der Betroffenen. Selbst bei starken Schmerzen sind leichte Bewegungen meistens wohltuend. Der Einsatz von schmerzstillenden Medikamenten verhindert Schonhaltungen.

Die Betroffenen sollten nicht über mehrere Tage komplett außer Gefacht gesetzt sein. Da die Ursache der Rückenschmerzen eine starke Verkrampfung der Muskulatur ist, kann Wärmezufuhr durch Rotlicht Linderung schaffen. Gegebenenfalls kann ein unkomplizierter Hexenschuss durch einen Chiropraktiker behandelt werden.

Ein Therapeut löst bei einem Patienten Verspannungen und Blockaden auf

Orthopäden oder Chiropraktiker können ein Gelenk mittels Druck und Gegendruck das Gelenk entlasten. Damit lösen sich auch Verspannungen und Blockaden in dessen Umgebung auf. Oftmals berichten die Betroffenen anschließend von völliger Beschwerdefreiheit.

In der Akutphase eines Hexenschusses sind mehrere Therapieansätze erfolgreich. Viele Menschen schwören bei Schmerzzuständen wie dem Hexenschuss auf Schüssler Salze. Das Schüssler Salz Nr. 7 (Magnesium Phosphoricum) kann als Akutmittel in heißem Wasser gelöst verwendet werden.

Die „heiße Sieben“ wird schluckweise getrunken. Als alleiniges Heilmittel gegen Hexenschuss taugen Schüssler Salze aber nicht. Von Bettruhe wird heute abgeraten, Maximum 1 – 3 Tage. Wärme, Entspannungstechniken und moderate Mobilisierung zeigten die schnelleren Effekte. Erfahre >>hier<< mehr.

Wichtig ist, nach der Akutphase den unteren Rücken weiterhin warm zu halten - beispielsweise durch Angora-Unterwäsche oder lange Schlafanzug-Hosen. Entspannungstechniken wie Rückengymnastik beugen weitere Hexenschuss-Attacken vor. Sollte Wärmezufuhr zu einer Verschlimmerung der Schmerzen führen, muss ein Arzt konsultiert werden.

Es könnte eine Entzündung vorliegen. Außerdem können Bandscheiben-Schädigungen vorliegen. Ein Nervenkanal könnte eingeengt sein und die Rückenschmerzen verursachen. In diesen Fällen müsste die Behandlung anders aussehen. Eine Selbstbehandlung solcher Schmerzzustände bietet sich nicht an.

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